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Im Jahr 2017 sind bei Verkehrsunfällen insgesamt 3180 Menschen ums Leben gekommen. Fast 400.000 wurden schwer verletzt. So das Fazit des statistischen Bundesamts, dass im Juli 2018 seinen Bericht dazu veröffentlichte. Die Zahl der Getöteten ist damit zwar um 0,8 Prozent und die der Verletzten um 1,6 Prozent gesunken. Die Zahlen sind Dr. Walter Eichendorf, Präsident des DVR, dennoch nach wie vor zu hoch: „2010, zu Beginn des Jahrzehnts, verzeichneten wir 3.648 Tote, jetzt 3.180 – das ist ein Rückgang von nur 13 Prozent in sieben Jahren. Deshalb begrüßen wir das klare Bekenntnis der Bundesregierung zu Vision Zero im Koalitionsvertrag.“

Bei Vision Zero handelt es sich um Investitionen und Verbesserungen der Verkehrsinfrastruktur, die Weiterentwicklung von Fahrassistenzsystemen und vor allem von mehr durchgeführten Verkehrskontrollen. Nur genügend Kontrollen stellen sicher, dass die Straße nicht als rechtsfreier Raum wahrgenommen werden und Fahrer sich an gegebene Verkehrsregeln halten.

Kaum Fahrradsicherheit: zu viele verletzte und getötete Radler

Wenn auch nur gering, ist die Zahl der im Straßenverkehr getöteten Personen in den letzten Jahren immer weiter gesunken. Nicht so bei den Radfahrern. Seit 2010 sind jährlich nahezu gleich viele Radler gestorben. 2017 starben 382 Radfahrerinnen und Radfahrer im Straßenverkehr, über 79.000 wurden bei Unfällen verletzt. Dies bedeutet, dass jeder achte im Verkehr getötete Mensch mit dem Fahrrad unterwegs war. Schwer sind die Unfallfolgen zwischen Radlern und LKW. 2017 passierten 3.100 solcher Unfälle. Dabei starben allein 76 Menschen, überwiegend durch Abbiegeunfälle.

Stärkere Förderung von Abbiegeassistenten durch EU

Deshalb engagiert sich der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) für die Einführung von Abbiegeassistenten. „Die Entwicklung von Abbiegeassistenten muss für Hersteller und Zulieferer Priorität werden“, sagt Dr. Walter Eichendorf. „Damit in Zukunft möglichst alle Güterkraftfahrzeuge in der EU einen Abbiegeassistenten haben, muss die Typgenehmigung und Zulassung auf EU-Ebene angepasst werden, idealerweise auf Basis der zügig festzuschreibenden UNECE-Regelungen.“ Deutschland soll dabei als gutes Beispiel vorangehen.