Motorräder zählen ganz eindeutig nicht zu den sichersten Verkehrsmitteln. Wer mit dem Bike unterwegs ist hat ein viermal größeres Risiko bei einem Unfall zu verunglücken, als ein Autofahrer. Das hat mehrere Gründe. Zum einen bedarf es Geschick, dass Motorrad in Balance zu halten, zum anderen bietet es im Falle eines Unfalls keinerlei „Knautschzone“ und Schutz. Hinzu kommt, dass Biker schnell übersehen werden, da sie leicht hinter der A- und B-Säule anderer Fahrzeuge verschwinden.

Für Motorradfahrer ist es daher das A und O die Maschine richtig zu beherrschen, aber auch die entsprechende Schutzkleidung zu tragen. Insbesondere zu Beginn der Motorradsaison sollte noch einmal alles gründlich kontrolliert werden.

Wo und wie passieren die meisten Unfälle?
Die meisten Unfälle sind außerorts auf Landstraßen ohne Fremdverschulden zu beobachten. Meist liegt das an der mangelnden Kurvenkompetenz der Fahrer. Entweder sie sind zu schnell, wenden den Blick in der Kurve falsch, geraten wegen zu geringer Schräglage oder durch falsches Anfahren der Kurve in den Gegenverkehr oder rutschen aufgrund von Witterung und Split weg. Um solche Unfälle zu vermeiden bedarf es vor allem Routine und Übung seitens des Bikers. Das Erlernen und Trainieren der Lenk- und Bremstechnik, verbunden mit einer optimierten Blickführung können in Fahrsicherheitstrainings gefestigt werden.

Wichtige Fragen zur Motorrad-Sicherheit

Auf was sollte man bei Gruppenfahrten achten?
Wichtig ist eine eindeutige, klare Kommunikation. Es sollte sich jeder auf den anderen verlassen können. Dazu gehört auch, innerhalb der Formation nicht zu überholen, keinen Wettbewerb zu fahren, regelmäßig Pausen zu machen und nicht nur auf seinen Vordermann, sondern auch den Fahrer hinter sich zu achten. Aufeinander warten und Acht geben ist dabei genauso essentiell, wie nach wie vor allem für sich selbst verantwortlich zu sein!

Welche Assistenzsysteme können Motorräder haben?
Das wichtigste und bekannteste ist wahrscheinlich das Antiblockiersystem. Bei Autos schon Standard wird dieses auch bei Motorrädern immer mehr zur Grundausstattung. Die Weiterentwicklung – das sogenannte Kurven-ABS – stellt auch in Schräglage gute Bremskraft sicher. Weiterhin gibt es Traktionskontrollen, die das Ausbrechen des Hinterrades beim Beschleunigen verhindern, oder Wheelie- und Stoppie-Kontrollen, die dafür sorgen, dass beide Reifen fest auf dem Boden bleiben. Von großer Bedeutung und bereits immer öfter im Kommen sind E-Call-Systeme, die im Falle eines Unfalls eigenständig einen Notruf absetzen und GPS-Daten übermitteln.

Wie sinnvoll sind Airbag-Westen?
Airbag-Jacken oder Airbag-Westen können im Zweifel Leben retten. Es gibt verschiedene Modelle mit unterschiedlichen Auslösemechanismen. Bei der Reißleine wird der Airbag aktiviert, wenn sich der Fahrer von der Sitzbank trennt. Dabei bedarf es mehr Schwung, als durch das einfache Absteigen aufgewendet wird. Ein unbeabsichtigtes Auslösen sollte also eigentlich nicht möglich sein. Als Alternative gibt es Systeme mit Crash-Sensoren. Diese arbeiten mit Funk, über den ein entsprechendes Signal an die Airbag-Jacke weitergegeben wird. Da sie schneller auslösen, bieten sie beim Erstkontakt mit einem Hindernis den besseren Schutz.

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