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Laut einer neuseeländischen Studie gibt es erste Hinweise darauf, dass Konsum von Cannabis das Risiko eines Schlaganfalls erhöhen könnte. Beim sogenannten ischämischen Schlaganfall kommt es zur Durchblutungsminderung von Gehirnarealen, die in dessen Folge absterben können. Symptome die in diesem Falle auftreten sind halbseitige Lähmungserscheinungen, sowie Einschränkungen beim Sprechen und Fühlen.

Neuseeländische Studie zum Cannabis-Risiko

Zur Erhebung der Daten wurden 160 Patienten, die man mit einem Schlaganfall ins Krankenhaus einlieferte, auf ihren Cannabiskonsum untersucht. Anhand von Urinproben konnte bei 16 Prozent der Patienten ein solcher festgestellt werden. Als Vergleichsgruppe wurden 160 Patienten herangezogen, die aus anderen Gründen im Krankenhaus waren. Dabei konnten acht Prozent Cannabiskonsumenten festgestellt werden. Um eine gute Vergleichbarkeit der Gruppen zu ermöglichen, wurde Wert auf ähnliches Alter, Geschlecht und ethnische Herkunft der Probanden gelegt.

Das durchführende Team dieser Studie leitet aus den Ergebnissen ab, dass das Schlaganfallrisiko bei Cannabiskonsumenten doppelt so hoch wie bei anderen Menschen ist.

Vager Aussagewert der Studie

Die Aussagekraft der Studie ist zum aktuellen Zeitpunkt jedoch noch strittig, da es genug weitere Gründe für die Erhöhung eines Risikos in Bezug auf Cannabis geben kann. So waren beispielsweise fast alle der Schlaganfallpatienten, die Cannabis konsumierten, auch Tabakraucher. Entsprechend wäre dies auch ebenfalls ein möglicher Grund für das erhöhte Schlaganfallrisiko. Ferner können unterschiedliche Lebensstile der Probanden dazu führen, dass das Ergebnis so unterschiedlich ausfällt.

Der Leiter der Studie hingegen ist sich sicher, dass Cannabis die Hauptursache hierfür ist, da die Durchblutung der Gefäße im Gehirn durch den Konsum gemindert wird. Insgesamt kann diese Studie jedoch nur erste Hinweise darauf liefern, dass dem tatsächlich so ist. Für eine definitive Aussage sind die methodischen Probleme der Studie noch zu groß. Es werden noch weitere Studien notwendig sein, um einen tatsächlichen Zusammenhang zwischen Cannabiskonsum und Schlaganfallrisiko herstellen zu können.

 

Quelle: drugcom.de, Bildquelle: pixabay