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Auch so schon ein erhebliches Risiko, gilt insbesondere für ältere Menschen, dass sie Autofahrten nur ausgeschlafen antreten sollen. Nach wie vor stellt der Sekundenschlaf eine weit unterschätzte Gefahr im Straßenverkehr dar. Dass man dabei oft davon ausgeht, einem selbst könne dies nicht passieren, verschlimmert die Situation zusätzlich. Dabei geben rund 26 Prozent der Pkw-FahrerInnen an, schon mindestens einmal am Steuer kurz eingenickt zu sein. Und wer auch nur für drei Sekunden eingeschlafen ist, legt bei einer Geschwindigkeit von 100km/h direkt 80 Meter im Blindflug zurück. Eine Strecke, die lang genug ist, um großen Schaden anzurichten.

Schlafverhalten ändert sich im Laufe des Lebens

Während Neugeborene ihre erste Lebenszeit mit 15 bis 17 Stunden am Tag nahezu verschlafen, benötigen Erwachsene schon nur noch sechs bis acht Stunden. Senioren hingegen kommen oftmals mit ähnlich oder noch weniger aus, schlafen dabei aber zusätzlich auch nicht so tief und werden öfters wach. Ihre Ruhzeit ist dadurch erheblich geringer und sollte im Laufe des Tages durch Kurzschlafphasen oder „Powernaps“ kompensiert werden. Vor dem Antritt einer längeren Fahrt ist dies noch wichtiger, als im Alltag.

Neben dem Schlafverhalten verändert sich im Laufe des Lebens jedoch auch der Gesundheitszustand der Menschen. Je ein älter ein Mensch, desto eher leidet er an einer Krankheit, die medikamentös eingestellt werden muss. 15 bis 20 Prozent der zugelassenen Medikamente beeinträchtigen jedoch nach Angaben der Hersteller die Fahrtüchtigkeit. Dies passiert insbesondere dadurch, dass die kognitive Leistungsfähigkeit vermindert und zusätzlich eine latente Müdigkeit hervorgerufen wird. Die Rücksprache mit dem behandelnden Arzt ist daher immens wichtig. „Auf der Basis von Expertenmeinungen und wissenschaftlichen Schätzungen können wir davon ausgehen, dass viele Verkehrsunfälle unter der Beteiligung von Arzneimitteln, insbesondere Psychopharmaka, geschehen“, so Dr. Hans-Günter Weeß, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM).

Was machen bei Müdigkeit am Steuer?

Wer dennoch beim Fahren merkt, dass er müde oder unkonzentriert wird, kann durch eine kurze Pause viel bewirken. 10 bis 20 Minuten auf dem Rastplatz dösen oder etwas Bewegung zur Kreislaufaktivierung sind dabei meistens schon ausreichend. Hilfreich kann auch sein, vor dem Kurzschlaf einen Kaffee zu trinken. Koffein wirkt erst nach rund 30 Minuten und behindert dabei nicht das einschlafen, fördert jedoch das Wachwerden. Der Erfrischungseffekt wird also noch verstärkt. Der Kaffee sollte jedoch niemals als Ersatz für einen Powernap herhalten! Auch laute Musik oder nur ein bisschen frische Luft durch ein geöffnetes Fenster sind nicht ausreichend.