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Seit 21 Jahren veröffentlicht die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EMCDDA) einen jährlichen Bericht zur Drogensituation in Europa. Er enthält einen aktuellen, zusammenfassenden Überblick über den Drogenkonsum, die Drogenproblematik und die Drogenmärkte. Die aktuelle Analyse (Daten aus dem Jahr 2014) zeigt, dass sich Europa einer wachsenden und komplexen Drogenproblematik stellen muss. Neue Substanzen, steigender MDMA-Konsum, der Missbrauch von Arzneimitteln und ein problematischer Cannabiskonsum, spielen eine immer größere Rolle. Aber es ist nicht nur ein steigender Konsum zu beobachten. Auch die Reinheit und der Wirkstoffgehalt der Drogen nimmt zu.

Gezieltes Marketing bringt MDMA nach vorne

MDMA ist bei jungen Menschen wieder zunehmend beliebter. Dies ist wohl unter anderem darauf zurückzuführen, dass die „Drogenzutaten“ leichter beschaffen werden können, es neue Herstellungsverfahren gibt und ein Online-Angebot besteht. Außerdem ist die Produktvielfalt groß. Es werden hoch dosierte Pulver, Kristalle und Tabletten mit einer Vielzahl von Logos in den unterschiedlichsten Farben und Formen angeboten. Diese Produkte werden von den Anbietern  mit Hilfe eines ansprechenden, gezielten Marketings vertrieben. Nachdem MDMA bisher eher einen schlechten Ruf hatte, versuchen die Anbieter durch professionelles Marketing die Wahrnehmung der Droge zu verbessern. Und das Vorgehen zeigt erste Erfolge. Sowohl bei Neukonsumenten, als auch bei denen die schon länger konsumieren, gewinnt MDMA an Beliebtheit. In den letzten 12 Monaten haben 2,5 Millionen Menschen zwischen 15 und 64 Jahren die Droge eingenommen. Ziel ist es nun, Aufklärung zu leisten. Neukonsumenten müssen darüber informiert werden, dass die Einnahme mit hohen gesundheitlichen Risiken verbunden ist.

Auch Cannabiskonsum nimmt zu

Den Cannabiskonsum einzuschränken ist immer noch ein großes Problem der europäischen Drogenpolitik. Offenbar lässt sich jedoch kein Rückgang feststellen. In einigen Bevölkerungsgruppen scheint der Konsum sogar zu steigen. Neuen Schätzungen zufolge, macht Cannabis wertmäßig den größten Teil illegaler Drogen am europäischen Markt. Cannabisdelikte zeigen sich meistens mit dem Konsum oder dem Besitz. ¾ aller Drogendelikte stehen mit Cannabis im Zusammenhang.

Dabei werden bei Cannabis oft die Folgen unterschätzt. Vor allem bei Personen, die die Droge über einen längeren Zeitraum täglich oder fast täglich konsumieren. Und dabei geht man davon aus, dass dies 1% der Erwachsenen in Europa betrifft. Hinzu kommt, dass der Wirkstoffgehalt immer mehr wird. Konsumenten tragen somit das Risiko, akute oder chronische Gesundheitsprobleme zu bekommen. Diese werden zusätzlich dadurch gefördert, dass Cannabis in Europa häufig mit Tabak geraucht wird, welcher seinerseits eine gesundheitliche Beeinträchtigung mit sich bringt.

 

Quelle: dhs.de, adac.de; Bildquelle: pixabay