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Der seit 21 Jahren veröffentlichte Bericht der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EMCDDA) gibt einen Überblick zur Drogensituation in Europa. Zusammengefasst werden darin die Drogenmärkte, der Drogenkonsum und die Problematik, die sich daraus ergibt. So zeigt sich, dass jährlich mehr als eine Millionen Sicherstellungen von Drogen gemeldet werden. Meistens handelt es sich dabei um Kleinstmengen, die bei Konsumenten vorgefunden werden. Größere Mengen von bis zu mehreren Kilogramm werden vor allem bei Produzenten und Schmugglern entdeckt. In mehr als 3/4 (78%) aller europäischen Fälle handelt es sich um die Sicherstellung von Cannabis.

Sicherstellung von Cannabis – Harz und Kraut

Bei Cannabis kann weiter in Harz (Haschisch) und Kraut (Marihuana) unterschieden werden. Am meisten unterscheiden sich Harz und Kraut in ihrem Wirkstoffgehalt und im Preis. Das Harz kann bis zu 10% (8-12% gegenüber 12-18%) mehr Wirkstoff enthalten, kostet aber auch mehr (7-11€ gegenüber 9-12€). Jährlich werden 229 000 Sicherstellungen von Harz gemeldet, wobei sich die beschlagnahmte Menge auf 574 Tonnen beläuft. Dem gegenüber steht das Kraut: bei 453 000 Sicherstellungen, also fast 2 Mal so viel, werden 139 Tonnen konfisziert. Dies macht nur ein knappes viertel der sichergestellten Harz-Menge aus. Außerdem wurden 33 000 Cannabispflanzen beschlagnahmt.

Beschlagnahmung im Ländervergleich

Etwa 60% aller Sicherstellungen innerhalb der europäischen Union im Jahr 2004 fanden in nur 2 Ländern statt: in Spanien und im Vereinigten Königreich. Das große Vorkommen in Spanien, insbesondere von Harz, liegt daran, dass es in Mengen in Marokko produziert wird und dann über Spanien seinen Weg nach Europa findet. Aber auch Belgien, Deutschland und Italien meldeten eine große Anzahl von Sicherstellungen. Von Holland, Frankreich (beides Länder, von denen in den Vorjahren viele Sicherstellungen gemeldet wurden), Finnland und Polen, konnten keine Daten erhoben werden. Durch das Fehlen dieser Informationen ist die Aussagekraft der hier vorgestellten Analyse gemindert.

 

Quelle: dhs.de; Bildquelle: pixabay